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Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Thomas Wustrow
Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Kornmesser
Prof. Dr. med. Dr. med. h.c. mult. H. P. Zenner
und Kollegen

HNO
Gemeinschaftspraxis

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Raucherentwöhnung München

Nikotin hat viele negative Auswirkungen auf unseren Körper. Zu den kreislaufrelevanten Wirkungen des Nikotins zählen Blutdruckanstieg, Erhöhung der Herzfrequenz, periphere Vasokonstriktion (Zusammenziehen der Gefäße). Im gastrointestinalen Bereich (Magen-Darm-Trakt) wirkt Nikotin parasympathisch, es steigert den Tonus und die Darmaktivität. Raucher erleiden wesentlich häufiger als Nichtraucher Krebserkrankungen und Krankheiten des Gefäßsystems wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall.

Bei dauerhafter Nikotin-Exposition (Aufnahme) kommt es zur Toleranzentwicklung und auch zu Entzugserscheinungen wie Gereiztheit, Unruhe, Konzentrationsschwierigkeiten, Angst und Verlangen. Die typischen Entzugserscheinungen beginnen etwa acht Stunden nach der letzten Zigarette und erreichen in der Regel am dritten Tag ihren Höhepunkt.

55% der Raucher äußern den Wunsch mit dem Rauchen aufhören zu wollen; es gelingt aber nur weniger als der Hälfte von ihnen vor dem 60. Lebensjahr damit aufzuhören.

Nach dem Aufhören steigt die Regenerationsfähigkeit ihrer Schleimhäute unmittelbar an, die Sauerstoffsättigung im Blut nimmt schon kurz nach dem Nikotinstopp deutlich zu, das Hautbild bessert sich sichtbar.

Vor dem Aufhören, muss der Raucher zunächst einmal den Wunsch festigen und seine Motivation definieren. Am besten, man legt einen bestimmten Tag fest, an dem die letzte Zigarette geraucht wird. Dann gilt es schon im Vorfeld, die Situationen, in denen geraucht wird, ausfindig zu machen. Für diese muss dann bestenfalls ein Ersatz gefunden werden. Diese Situation kann man vollständig erfassen, wenn zum Beispiel ein Rauchertagebuch geführt wird.

 

Möglichkeiten einen Ausstieg aus der Nikotinsucht zu erleichtern stellen die Nikotinersatztherapie  und die psychotherapeutische Behandlung dar.

Nikotinersatztherapie

Pflaster                  

Mindestens 60% der zuvor durch Tabakrauch zugeführten Nikotinmenge wird substituiert. Die stufenweise Reduktion innerhalb von 2 bis 3 Monaten ist in Studien belegt. Nebenwirkungen (NW): Kontaktreaktionen Haut.

Kaugummi                

Dies ermöglicht eine sehr individuelle Dosisapplikation (bis zu max. 16/d; erhältlich in 2 und 4mg Dosen). NW:Kopfschmerzen, Mundschleimhautentzündungen, Verdauungsstörungen.

Nasenspray

Nasenspray (Nicotin-Nasenspray®- rezeptpflichtig aus der Apotheke) ist gut geeignet für starke Raucher. Die maximale Tagesdosis (40mg) soll nicht überschritten werden! Es sind 1 mg pro Anwendung applizierbar, die Abstinenzraten (Verzicht auf Nikotin) sind mit bis zu 25% gut. Nikotin-Nasensprays sind nicht anzuwenden bei Patienten mit Atemwegserkrankung!

NW: Schleimhautschäden, laufende Nase, Sinusitis, Husten, Übelkeit.

Homöopathie

Hier stehen Lobelia D6, Coffea D6 oder D4, Tabacum D4, Nux vomica D12, Avena Sativa D6, 3 x täglich 10 bis 15 Globuli zur Verfügung.

Inhalator

Dies entspricht am besten dem Rauchen-Ritual. mit der Patrone mit Kunststoffeinsatz werden Abstinenzraten (Verzicht auf Nikotin) von 8 bis 12% erreicht. Die Dosis soll schrittweise selbstständig reduziert werden (Elektrozigarette). Die Wirksamkeit der E-Zigarette zur Tabakentwöhnung ist nach den derzeitigen Studien noch unzureichend, zusätzlich hat sie das Potential zum Einstieg in andere Drogen.

Lutsch-Tabetten

Sie ermöglichen eine rasche und einfache Anwendung (2-4 mg Dosen), die Dosis ist jedoch höher als bei Kaugummis, Abstinenzraten von 8% werden erreicht.

Bupropion

Ist ein Antidepressivum, das schon eine Woche vor der letzten Zigarette eingenommen werden muss (täglich 1 Tablette 150 mg), dann ist zu steigern auf 2-mal 150 mg, die Therapiedauer beträgt insgesamt 7 bis 12 Wochen, ggf. bis 12 Monate. Dies ist geeignet für Raucher, die lediglich ihre Zigaretten-Anzahl reduzieren möchten. Die Wirksamkeit ist gut belegte, es ist gut in Kombination mit Nikotinersatzprodukten. Es erfolgt keine Gewichtszunahme!!! Der Erfolg liegt bei 10 bis 13% Abstinenzraten.

NW!!: Schlaflosigkeit (30%), Kopfschmerzen (26%), Mundtrockenheit, Krampfanfall!!!

Die Kombination von Präparaten erhöht die Erfolgsaussichten und sollten nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden!!!

Nortriptylin

Dies ist bei Überdosierung letal (tödlich), somit in Deutschland nicht zugelassen.

Clonidin

Dies ist ein α-adrenerger Agonist und somit ein Antihypertensivum (Sammelbegriff für Medikamente, die den Blutdruck senken). Clonidin mildert die Reizbarkeit, Angst, Anspannung (0,1 – 075mg transdermal oder oral applizierbar über 3 bis 4 Wochen). Die Abstinenzraten liegen bei 11%. Vorsicht ist geboten und es darf nicht abrupt abgesetzt werden, sonst besteht die Gefahr eines gefährlichen Blutdruckabfalls (RR-Rebound).

Vareniclin

Dies ist seit 2007 zugelassen. Es ist ein Agonist (Ersatzstoff) am Nikotinrezeptor. Es werden 2 ml täglich 1 mg einschleichend gegeben, 1 bis 2 Wochen vor der letzten Zigarette wird mit 0,5 mg begonnen, dann auf 1 mg 2-mal täglich insgesamt 12 Wochen lang gesteigert. So werden gute Abstinenzratenerreicht!!

NW: Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Alpträume, Blähung, Verstopfung

Fazit: Dies ist besser verträglich als Bupropion und besser wirksam.

 

Unbedingt ist bei einer Abhängigkeit wie der Nikotinsucht auch eine Behandlung der Psyche anzuraten, da in der Regel nur so auch wirklich eine langfristige Abstinenz (Nikotinverzicht) möglich ist.

Hier sind entsprechende Spezialambulanzen für Tabakabhängigkeit wie zum Beispiel in der Uni-Klinik für Psychatrie der LMU München in der Nußbaumstraße 7, 80331 München, Raum B 1.08, Telefon 089 – 44 00- 55 70 7, E-Mail: tabakambulanz@med.uni-muenchen.de Anlaufstellen. Ausführliche Informationen erhalten Sie auch unter diesem und dem Link: http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Klinik-und-Poliklinik-fuer-Psychiatrie-und-Psychotherapie/de/ueber_uns/ambulant/nichtraucherambulanz/index.html

Die Sprechstunden sind offen jeden Montag 17 bis 18 Uhr und jeden Donnerstag von 9 bis 10 Uhr.

 

Prof. Dr. Dr. Wustrow ist speziell ausgebildet in der Tabakentwöhnung und Ihr qulifizierter Ansprechpartner, wenn Sie sich das Rauchen abgewöhnen möchten:

 


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