089 - 28 41 55 | Online Terminveinbarung

Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Thomas Wustrow
Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Kornmesser
Prof. Dr. med. Dr. med. h.c. mult. H. P. Zenner
und Kollegen

HNO
Gemeinschaftspraxis

Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Thomas Wustrow
Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Kornmesser
Prof. Dr. med. Dr. med. h.c. mult. H. P. Zenner
und Kollegen

Reisemedizin München

Damit Sie Ihre Reise unbeschwert genießen können, informieren wir Sie gerne über die entsprechenden gesundheitlichen Risiken.

Durch die zunehmende Reiselust der deutschen Bevölkerung erhöht sich die Gefahr, mit Infektionserregern in Kontakt zu kommen, die in Deutschland normalerweise nicht vorkommen. Aufgrund der Inkubationszeiten kann die Krankheit mit ihren Symptomen auch erst nach Rückkehr in Deutschland auftreten. Daher ist eine gute reisemedizinische Vorsorge unabdingbar.

Prävention beginnt bei der Überprüfung des notwendigen Impfschutzes, Zusammenstellung der Reiseapotheke, Maßnahmen zum Mücken/Moskitoschutz und letztlich Tipps zum Verhalten während des Flugs und beim Bade-/Tauchurlaub.

 

Reisekrankheit

…die eigentlich nicht als „Krankheit“ gilt, sondern als übersteigerte Reaktion auf Bewegungsreize.

Autofahren, Fahren in Kurven, Schiffsreisen, Luftturbulenzen, Achterbahnen, Kamelreiten u.v.m. können die „Reisekrankheit“ hervorrufen.

Diese ungewohnten Bewegungen wirken als Reize auf das Gleichgewichtsorgan im Innenohr ein, die es damit überfordern, weil Ihnen nicht immer ein visueller Reiz zugeordnet werden kann. Dadurch kommt es dann zu „Fehlermeldungen“ bzw. Sinneskonflikten. Schon übermäßiges Gähnen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme und Reizbarkeit können erste Anzeichen sein.

Später kommt es dann zu Unwohlsein, Übelkeit und Schwindelgefühlen, zum Teil mit Blutdruckabfall, kaltem Schweiß und Herzklopfen.

Besonders anfällig sind Kinder- meistens beginnt die „Krankheit“ ab dem 2. Lebensjahr.

Es gibt aber auch Fälle bei erwachsenen Personen, hier ist die „Anfälligkeit“ jedoch sehr unterschiedlich ausgeprägt. Teilweise kann schon allein die Angst vor der Reisekrankheit eine solche auslösen.

Nicht-medikamentöse Vorbeugungen sind:

Höhenkrankheit

Da es vor allem aus Bayern immer mehr Touristen in die Berge zieht, gilt es auch der Höhenkrankheit Beachtung zu schenken, die nicht erst bei einer Höhe auf 8.000 Metern auftreten kann. Selbst bei 3.000 Metern erleiden schon ca. 30% der Bergsteiger Symptome der Höhenkrankheit. Ursache der Erkrankung liegt im niedrigeren Sauerstoffpartialdruck und den damit verbundenen Kompensationsmechanismen des Körpers. Der Puls wird schneller, die Atemfrequenz steigt an, die Erythrozytenzahl erhöht sich. Dadurch steigt die Gefahr für die Bildung von Ödemen und Thrombosen. Ein gravierendes Symptom der Höhenkrankheit ist das Hirn- und/oder Lungenödem.

Vorbeugen kann man durch reichlich Flüssigkeitszufuhr und Vermeidung von Überanstrengung und Alkohol sowie einen besonnenen Aufstieg im Rahmen seiner körperlichen Möglichkeiten.

Sollten dennoch Symptome der Höhenkrankheit (Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Husten, Atemnot, Schwindel, Gangunsicherheit, verminderte Urinausscheidungauftreten) auftreten, sollte der Betroffene sofort mindestens 500 Höhenmeter absteigen.

Taucherkrankheit, Tauchmedizin

(siehe dort)

Zusammenstellung einer „kleinen Reiseapotheke“

Wir empfehlen Ihnen zu jeder Reise einige Medikamente, abgestimmt auf Ihre Bedürfnisse mitzuführen, da schon teilweise die Beschaffung im Ausland Zeit und Nerven kosten kann. Selbstverständlich erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit, die Inhalte einer Reiseapotheke können individuell sehr variabel sein.

Reisemedizin München

Hinweis zu Flugreisen

Nach eine Flugreise kann es bei ungenügendem Druckausgleich über die Tubengänge zu Blutungen oder Sekretansammlungen in der Paukenhöhle im Mittelohr kommen. Hier ist eine schnelles Eingreifen notwendig, um weitere Schäden zu vermeiden. Gerne beraten wir Sie in solchen Fällen oder bei Tubenventilationsstörungen oder wenn Sie durch eine Erkältung einen ungenügenden Druckausgleich haben.

Malaria

Die Erkrankungen an Malaria bei deutschen Reisenden sind von 1049 Erkrankungen im Jahr 2001 auf 637 in 2013 zurückgegangen. Die Hauptinfektionsgebiete sind die afrikanische Subsahara West und Ostafrika (siehe Karte auch unter http://www.dtg.org/uploads/media/DTG-Malaria_2014.pdf). Auch aus diesen Gegenden stammende Mitbürger oder Flüchtlinge erkranken häufig, insbesondere wenn sie ihr Heimatland besucht haben, da sie meistens keine Malariaprophylaxe betreiben.

In den angloamerikanischen Ländern sind die Malaria-Prophylaxe-Empfehlungen wegen aufgrund einer anderen Rechtsgrundlage unterschiedlich zu den unseren. Bei uns werden zur Prophylaxe Atovaquone/Proguanil (Malarone® und deren Generika) oder Artemether/Lumifandrin (Riamet®) gegeben. Mefloquin (Lariam®) wird wegen der häufigen psychoreaktiven Nebenwirkungen unter strenger Indikation und Überwachung nur noch sehr selten empfohlen (www.lariam.de). Die WHO empfiehlt zur Behandlung die Kombination mit Artemesinderivaten. Je nach Gebiet werden Atovaquone/Proguanil, Arthemeter/Lumifandrin, Mefloquin, Chloroquin, als off label Chinin iv und Artemesin iv gegeben. Neuerdings wird auch Piperaquin mit Dehydroartemesin (Eurartesim® 320/40) verabreicht.

Für Kinder in den Entwicklungsländern wurde der Impfstoff Mosquirix® entwickelt, der die frühkindliche Streblichkeit erheblich reduziert.

Dengue Fieber

Diese Flavovirose wird durch die Fliege Aedes argypti übertragen und ist vorallem in Südostasien und Lateinamerika, weniger in Afrika verbreitet (www.healthmap.org). Nach einer Inkubationszeit von 2 bis 14 Tagen treten Muskel- und Gelenkschmerzen mit Fieber, in 60% der Fälle einhergehend mit einem konfluierenden Exanthem meist am dritten fieberfreien Tag, in 65% der Fälle verläuft die Erkrankung ohne Symptome. Differentialdiagnostisch ist die Malaria, Gelbfieber und eine FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) auszuschließen. Die Therapie erfolgt symptomatisch mit Paracetamol. Azetylsalizylsäure (ASS)(Aspirin®) sollte wegen der Verminderung der Blutplättchen und der damit verbundenen Blutungsneigung vermieden werden. Derzeit wird ein tetravalenter Impfstoff entwickelt.

Chikungunya

Diese Alpha-Virose wird duch Mücken vorallem in Ostafrika, Indien, Südostasien, in der Karibik, in den US-Südstaaten und in Florida übertragen. Nach der Inkubation von 3 bis 7 Tagen tritt hohes Fieber mit Polymyalgien und Polyarthalgien gelegentlich ein makulopapulöses Exanthem und eine Lyphadenitis auf.  Durch die Muskel- und Gelenkschmerzen ist der Gang meistens gebückt, daher der Name „gebückter Mann“ in Kisuaheli. Nach Ausschluss einer Malaria oder des Dengue-Fiebers ist die Therapie symptomatisch mit Schmerzmitteln und Antidepressiva. Es findet sich eine lebenslange Immunität.

Ebola

Diese Virose findet sich vorallem in Guinea, Sierra Leone, Liberia, aber auch in Uganda. Nach einer Inkubation von 21 Tagen wird Ebola insbesondere durch Kontakt mit den Erkrankten und deren Körperflüssigkeiten übertragen. Die Sterblichkeit bei intensivmedizinischer Behandlung liegt bei 40%, ohne diese bei 60 bis 70%, sodass bis zum Februar 2015 9.015 Tote bei 22.560 Infizierten gemeldet wurden. Eine überstandene Infektion führt zu einer lebenslangen Immunität. Ein Impfstoff ist bisher noch nicht vorhanden. 

Impfungen

Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (RKI) hat folgende Richtlinien herausgegeben:

Eine Auffrischung der Tetanusimpfung ist als Tetanus-Diphterie-Pertussis durchzuführen.

Alle, die nach 1970 geboren wurden, sollten 2 Impfungen gegen Masern-Mumps-Röteln erhalten haben oder im Erwachsenenalter eine MMR-Auffrischungsimpfung bekommen.

Nach der Grundimmunisierung gegen Poliomyelitis im Kindesalter sollte nur noch eine einmalige Auffrischung im 9.-13 Lebensjahr erfolgen, jedoch mag bei einer Reise in Poliomyelitisgebiete, wie Afrika oder Asien, eine Impfung ggf. angebracht sein. Dies gilt vorallem für Pakistan, Afghanistan, Nigeria, Kamerun, Syrien, Irak, Israel, Äquatorial Guinea, Äthiopien und Somalia. Dann sollten 2 Impfungen im Abstand von 4 Wochen vor der Reise gegeben worden sein.

Bei einem Alter über 60 Jahre und chronisch Kranken sollte eine Pneumokokken-Impfung, z.B. mit Pneumovax® (Polysaccharid) oder Prevenar® (Konjugat), durchgeführt werden. Bei einer Immundefizienz ist eine Pneumokokken-Impfung mit Polysaccarid und 3 Monate später mit Konjugat indiziert.

Eine Impfschutz gegen Pertussis, Pneumokkoken und Masern sollte vorallem bei ältern Reisenden auf Kreuzfahrtschiffen und Fernreisen vorhanden sein.

Wurde im Kindesalter eine dreifache Hepatitis-B-Impfung durchgeführt, so ist diese nur bei einer beruflichen Gefährdung oder bei Fernreisen je nach Gebiet aufzufrischen.

Nach 2-maliger Gabe einer Hepatitis-A-Impfung in 6 bis 12 Monaten ist diese für 25 Jahre wirksam. Eine Auffrischung kann mit dem Kombi-Impfstoff (Twinrix®) erfolgen, jedoch bietet die einmalige Gabe dieses Kombi-Impfstoffes keinen ausreichenden Schutz gegen Hepatitis A.

Gegen Hepatitis E liegt ein nur in China zugelassener Impfstoff als rekombinater Totimpfstoff vor (Hecolin®).

Die Reiseimpfung gegen Meningokokken erfolgt heute ab dem 1. Lebensjahr mit Nimenrix® und ab dem 2. Lebenjahr mit Monveo®. Dies ist vorallem angebacht bei Reisen nach West- oder Ostafrika oder bei engem Kontakt zu anderen Mitmenschen (z.B. bei der Sozialarbeit im Waisenhaus) oder mit Immunsupprimierten. Halten sich Kinder oder Jugendliche länger in Südostasien, Australien oder Neuseeland auf, z.B. im Austausch oder nach dem Abitur, so steht der Meningokokken-B-Impfstoff Bexsero® zur Verfügung. Gegen die japanische Enzephalitis kann ab dem 2. Lebensmonat mit Imojev® geimpft werden, jedoch ist der Stoff nur in Australien Südostasien und China zugelassen. Die Wirkdauer beträgt 2 Jahre und die Impfung ist bei mehrwöchigem Aufenthalt in ländlichen Bereichen mit Reisanbaufeldern und Schweinezucht in Südostasien empfohlen.

Hinweis Gelbfieber

Von Bedeutung ist für Reisende über 60 Jahre eine notwendige Impfung gegen Gelbfieber, die von Zollbehörden zum Beispiel bei Kreuzfahrten in bestimmte Regionen oder bei der Durchfahrt durch den Panamakanal gefordert wird, da die Nutzen zu Risiko-Abwägung negativ ausfällt, sodass nur ein Zertifikat mit berenzter Gültigkeit aus formalen Gründen eingeholt werden kann. Es wird auch bald die Zulassung eines 17-D Gelbfieberimpfstoffes erwartet, der nach 2-maliger Gabe innerhalb von 3 Wochen nach 10 Tagen bereits zu 100% neutralisierende Antikörper erreicht.

zurück