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Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Thomas Wustrow
Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Kornmesser
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HNO
Gemeinschaftspraxis

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Schwerhörigkeit München 

In Europa sind derzeit 16 Prozent der Erwachsenen schwerhörig, somit sind etwa 71 Millionen im Alter von 18 bis 80 Jahren mit einem Hörverlust von über 25 Dezibel (dB) betroffen. In Nordamerika sind etwa 35 Millionen Patienten und weltweit ca. 700 Millionen Menschen erkrankt. Der Hörverlust nimmt den dritten Rang unter den chronischen Erkrankungen ein. Die Zahl der Betroffenen steigt, weil auch die Belastung durch Lärm am Arbeitsplatz (Presslufthammer) und/oder in der Freizeit (zum Beispiel Rasenmäher, Laubbläser, Martinshorn, laute Musik, Popkonzerte, Sportevents, Diskotheken, MP3-Player und iPods) immer noch weiter zunimmt. 

Freizeitlärm

Bei einem Lärmpegel über 90 dB erhöht sich die Gefahr eines Gehörverlustes. So Schwerhoeringkeit Muenchenentstehen beim Fahren im offenen Cabriolet mit 110 km/h bereits 89 dB. Auch Motorräder erzeugen Lärmpegel über 100 dB, wobei bei einer Geschwindigkeit von 60 km/h Lärmpegel von 75-90 dB und bei 100 km/h von 103-116 dB entstehen. Ein Helm vermindert die Lärmpegel nur um 3-5 dB. Im Fitnesscenter wird die Musik oft auf 100-110 dB hochgeregelt, obwohl 70-80 dB nicht überschritten werden dürfen. Auch im Kino finden sich Lautstärken von 74 dB mit Lärmspitzen von 93 dB; nicht selten werden Lärmpegel von über 80 dB in 30 Prozent aller Fälle über 3 Stunden hinweg gemessen. In einem Fußballstadion entstehen durch begeisterte Fans und Lautsprecheranlagen bis zu 117 dB, sodass auch ein einziger Stadionbesuch zu bleibenden Hörschäden führen kann. 

Berulich bedingter Lärm

Durch Lärm von Sirenen oder Motorengeräusche sind vor allem Feuerwehrleute zu   32,8 Prozent mit Hörschäden belastet. Insbesondere die Dauer der Arbeit führt bei 45 Prozent der LKW-Fahrer zu einer Hörverminderung. Bei Chemiearbeitern kann eine Schädigung des Gehörs bei gleichzeitiger Schädigung durch Lärm und Chemikalien wie Pestiziden, Unkrautvernichtungsmitteln, Säuren und Metallen auftreten. Handwerker oder ein Arbeiter sind einer Gefahr für das Hörorgan ausgesetzt, wenn die Lärmpegel erhöht sind, wie bei Zimmermann, Krankenwagenfahrer, Holzfäller mit Kettensäge, Fluglotse (jeweils 110-140dB), Müllmann, Bauarbeiter und Landschaftsgärtner (jeweils 85-100 dB). Auch Landwirte sind hohen Lärmpegeln ausgesetzt, sodass in diesen Berufen beim Arbeiten im Lärm ein Tragen von Lärmschutzkapseln dringend angeraten werden muss. Insbesondere bei Bau- und Metallarbeitern treten durch mehrere Lärmpegel sehr hohe Schalldrucke auf, die zu einer deutlichen Zunahme der Lärmschwerhörigkeiten führen, wenn nicht ausreichender Gehörschutz getragen wird. So ist der Hörverlust durch Lärm am Arbeitsplatz einer der häufigsten Berufskrankheiten. Auch viele Büroangestellte sind am Arbeitsplatz starkem Lärm durch Computer, Drucker und Telefonen ausgesetzt, sodass die Lärmobergrenzen auf 96 dB/A begrenzt sein sollten, ansonsten nimmt neben dem Gehörvermögen auch die Gehör-Leistungsfähigkeit entsprechend ab. In Großraumbüros wird deshalb vermehrt eine Sound-Maskierung eingesetzt, um Geräusche zu überdecken. Auch intelligente Kommunikationssysteme, die sich den jeweiligen akustischen Situationen anpassen, mit Filtertechnologien und entsprechender Signalerarbeitung werden zunehmend erforscht. Da Kinder und Jugendliche sehr viel Lärm machen, sind auch Lehrer erheblichen Lärmbelastungen ausgesetzt.

Schwerhörigkeit und Diabetes

Ein dauernd erhöhter Blutzucker führt zu einem Verlust der äußeren Haarzellen und einer Verdickung der Gefäßwände, sodass hohe Frequenzen schwerer gehört werden und sich das Ohr von einer Lärmbelastung schwerer erholt. Dies ist auch bei der Hörgeräteanpassung mit zu berücksichtigen, da hohe Frequenzen nicht zu laut werden dürfen und somit die Kompression genau eingestellt werden muss. Insgesamt sind Lärmspitzen zu vermeiden. Auch die Gehörgangshaut ist bei Diabetikern empfindlicher, sodass die Ohrpassstücke aus nicht-allergenem Material bestehen sollten.

 

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