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Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Thomas Wustrow
Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Kornmesser
Prof. Dr. med. Dr. med. h.c. mult. H. P. Zenner
und Kollegen

HNO
Gemeinschaftspraxis

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Schwere Grippewelle in 2016. Wie sieht es für 2017/2018 aus?

Ein grippaler Infekt mit Schnupfen, Halsschmerzen und leichtem Fieber wird durch eine Vielzahl von Viren (Adenoviren, Rhinoviren etc.) ausgelöst, während eine Grippe (Influenza) mit plötzlich eintretender systemischen Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen, Husten und hohem Fieber durch Influenzaviren verursacht wird. Wir können einen grippalen Infekt von einer „echten“ Grippe durch einen Abstrich in nur 10 Minuten in unserer Praxis unterscheiden.

Die Grippesaison 2016/2017 und was Sie über Grippe allgemein wissen sollten

Ein grippaler Infekt mit Schnupfen, Halsschmerzen und leichtem Fieber wird durch eine Vielzahl von Viren (Adenoviren, Rhinoviren etc.) ausgelöst, während eine Grippe (Influenza) mit plötzlich eintretender systemischen Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen, Husten und hohem Fieber durch Influenzaviren verursacht wird. Wir können einen grippalen Infekt von einer „echten“ Grippe durch einen Abstrich in nur 10 Minuten in unserer Praxis unterscheiden.

Eine Grippe kann für ältere Menschen und solche mit erheblichen Grunderkrankungen lebensbedrohlich werden, wenn nicht frühzeitig eingegriffen wird. Wegen der hohen genetischen Variabilität muss jede Saison ein neuer Impfstoff je nach den aktuell zirkulierenden Viren entwickelt werden.

Durch die Meldepflicht und Überwachung der akuten Lungenerkrankungen werden seit 2009 nach dem Infektionsschutzgesetz (§7 IfSG) die Grippeerkrankungen im sogenannten Bayern Influenza Sentinel (BIS) überwacht. Die Daten werden über das Robert Koch-Institut (RKI) im Nationalen Referenzzentrum (NRZ) für die Influenza zusammengeführt. Zusätzlich melden privat registrierte Personen dem RKI über eine online „Grippe-Web“ neu erkrankte Lungeninfektionen ebenso wie Krankenhäuser über die erhobenen ICD-10 Codes (ICOSARI).

Diese Daten aus Deutschland werden an das European Influenza Surveillance Network (EISN) und dann an die WHO (Weltgesundheitsorganisation) weitergeleitet; diese geben den Wochenbericht „Flu News Europe“ heraus.   

In der Grippesaison 2016/17 waren 92,1 Prozent Influenza A H3N2, 5,7 Prozent Influenza B und 0,4 Prozent Influenza A H1N1. Von den Influenza A H3N2 erkrankten Patienten wiesen 2/3 die Subklasse 3C.2a1 (Bolzano/7/2016) und 1/3 die Subklasse 3C.2a (Hong Kong/4801/2014) auf.

Da sowohl der Influenza Stamm A als auch der Stamm B nachzuweisen ist, wird seit 2012 der viervalente Impfstoff (Vierfach-Impfstoff) empfohlen. Für die Saison 2017/18 sollten die Antigene der Viren:

  • A/Hong Kong/4801/2014 (H3N2)
  • A/Michigan/45/2015 (H1N1) pdm 09 ähnlicher Stamm und
  • B/Brisbane/60/2008 (Victoria-Linie)

enthalten sein.

Der Impfstoff wird üblicherweise intramuskulär in den Oberarm gegeben; er kann für Kinder und Jugendlich auch als Nasenspray-Impfstoff verabreicht werden. Zusätzlich gibt es für Personen über 65 Jahre ein Impfstoff mit einem Wirkverstärker. Einen hühnereiweißfreien Impfstoff gibt es nicht.

Die Influenzawelle begann in 2016/2017 in der 50. KW (Ende November) mit einem ersten Gipfel in der KW 51 und dauerte bis zur KW 11 (Mitte März) mit einem Gipfel in der KW 4 (Ende Januar). Die Geschlechtsverteilung war gleich und die Altersgruppe der 6 – 18jährigen war mit 42 Prozent am höchsten. 91 Prozent der nicht geimpften Patienten hatten eine Influenza H3N2 während nur 9 Porzent der Geimpften an einer Grippe erkrankten. Bei den geimpften Patienten mit einer Influenzaerkrankung war diese seltener akut und verlief deutlich milder. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung bei Personen über 60 Jahren sowie bei chronisch Erkrankten, Schwangeren, Ärzten und Pflegern.


Was Sie allgemein über Grippe wissen sollten:

 

Warum ist der Körper im Herbst anfällig für eine Grippe?

  • durch die jahreszeitlich bedingte Wetterumstellung
  • duch weniger vitaminreiche Nahrung, weniger Sonne und Bewegung, trockene Heizungsluft
  • teilweise auch durch inadäquate Kleidung

Wie stärke ich mein Immunsystem zur Vorbeugung?

  • essen Sie ausgewogen (genügend Obst, Gemüse, Fisch)
  • gönnen Sie sich genügend Schlaf
  • treiben Sie moderat Sport und bewegen Sie sich (möglichst auch draußen)

Nehme ich lieber Hausmittel ein oder Arznei aus der Apotheke?

  • Es gibt durchaus auch hilfreiche Hausmittel, aber spätestens bei Fieber sollte der Arzt aufgesucht werden.
  • Da viele Erwachsene aber selten Fieber bekommen, sollte bei einer Einschränkung des Allgemeinbefindens ein Arzt aufgesucht werden.

Wie lange ist ein Grippe-Patient ansteckend?

  • Die Ansteckungsgefahr geht dem Auftreten von Symptomen bereits voraus. Die Inkubationszeit (die Zeit, die zwischen Infektion mit einem Krankheitserreger und dem Auftreten der ersten Symptome vergeht) mit der „echten Grippe“, der Influenza, dauert 1 bis 3 Tage, in diese Zeit hat der ansteckende Mensch selber noch keine Symptome.
  • Etwa 3 bis 5 Tage nach Ausbruch der Grippe nimmt dann die Ansteckungsgefahr deutlich ab. Kinder können allerdings länger ansteckend sein.

Sollte man besser zu Hause bleiben und sich schonen?

  • Schon wegen der Ansteckungsgefahr gegenüber anderen Menschen empfiehlt es sich, zu Hause zu bleiben. Außerdem sollte man seinen kranken Körper schonen.

Rotalgen-Nasenspray gegen grippale Infekte?

Ein grippaler Infekt wird durch eine Vielzahl unterschiedlicher Viren (ca. 200) ausgelöst. Meist handelt es sich um sogenannte Rhinoviren (ca. 50%) und Coronaviren (25%) sowie um  Parainfluenzaviren, Respiratory-Syncytial-Viren Typ A+ B. Die Viren sind bei Temperaturen zwischen 3 Grad und 30 Grad besonders vermehrungsfähig, während sie ab 37Grad inaktiv werden. Da in der Nase meistens eine niedrigere Temperatur als im übrigen Körper vorhanden ist, ist dort der vorrangige Angriffsort der Viren; allerdings auch im Rachen. Bakterien sind hier zuerst nicht beteiligt, sodass Antibiotika nicht wirken.

Kinder erkranken an einem grippalen Infekt bis zum Schulalter bis zu 10 Mal oder öfter als Erwachsene pro Jahr. Nicht selten werden auch die Geschwister, Eltern und Großeltern angesteckt. Bisher kann eine Grippe nur symptomatisch behandelt werden.

Durch das natürliche Abwehrsystem werden bei einer Verunreinigung oder Infektion die Partikel und somit auch die Viren mit dem vermehrt gebildeten Nasensekret auf der Zelloberfläche abtransportiert. Sind in der kalten Jahreszeit die Schleimhäute durch die Heizungsluft zusätzlich ausgetrocknet oder rissig, so ist eine Infektion leichter möglich. Um das Eindringen und den Abtransport der Viren zu unterstützen, wurde ein Nasenspray als Schutzfilm entwickelt, das den Stoff Iota-Carrageen aus Rotalgen enthält. Wird dieser Stoff in die Nase gesprüht, bildet er eine physikalische Barriere, der die Viren daran hindert, in die Zellen der Nasenschleimhäute einzudringen und sich zu vermehren. Zusätzlich wird durch die Befeuchtung die natürliche Abwehr in der Nase unterstützt (dualer Effekt). Iota-Carrageen ist wie Hyaluronsäure, welches in vielen Nasensprays vorhanden ist, ein wasserlösliches Polysaccharid, das sowohl befeuchtend wirkt wie auch zusätzliche Virusinfektionen vermindert. Der aus Rotalgen gewonnene biotechnologisch hergestellte Stoff kann im Gegensatz zu Hyaluronsäure (gewonnen aus Hahnenkammextrakt/enthält Hühnereiweis) nicht allergisch wirken. Er ist auch laktose- und glutenfrei und enthält keine Konservierungsstoffe. In 3 randomisierten, Placebo-kontrollierten Studien an 459 Patienten (213 Kinder, 246 Erwachsene) konnte so die Viruslast deutlich um 90 Prozent vermindert werden. Die Krankheitsdauer konnte um 3 Tage verkürzt und innerhalb der ersten 21 Tage die Sekundärerkrankungsrate halbiert werden. Die Effektstärke war allerdings nur mäßig und nur zwischen dem 10. und 20. Tag nach der Infektion zu beobachten; vorher konnte kein Effekt festgestellt werden. Ob auch der Infektionsweg über die Rachenschleimhaut vermindert wird, wurde nicht untersucht.

Mit diesem Nasenspray für Kinder (ab 1 Jahr) wird nur eine geringere Menge verabreicht, es tritt kein Gewöhnungseffekt auf, der Schutzfilm ist befeuchtend, es entsteht kein Brennen oder allergische Reaktion in der Nase und es sind enthält keine ätherischen Öle, die für Kleinkinder gefährlich sein können, sondern es enthält nur physiologische Kochsalzlösung.

Insgesamt kann das Rotalgen-Nasenspray für Kinder und Erwachsene vorbeugend und unterstützend bei grippalen Infekten angewendet werden (3 Mal täglich). Es sollte nach den ersten Anzeichen einer Erkältung frühzeitig bis zum Abklingen der Symptome eingesetzt werden. So kann die Ausbreitung, eine Neuinfektion und ein Wiederaufflammen vermindert werden. Auch Schwangere und stillende Mütter können es verwenden.

 

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